Vogelkästen Basics
Infos die für alle Vogelnisthilfen gelten
Grundsätzlich kann bei Vogelnisthilfen nicht viel falsch gemacht werden. Trotzdem gibt es ein paar Punkte, auf die geachtet werden sollte. Zum einen, um den Vögeln optimale Brutbedingungen zu schaffen und den Nistkasten nicht zur Falle zu machen, und zum anderen, um die Chancen zur Annahme zu erhöhen. Ausserdem gibt es einige Tricks, um die Lebensdauer einer Nisthilfe zu erhöhen, damit Mensch und Vogel möglichst lange Freude daran haben.

Standort
Wichtig ist zunächst die Standortwahl. An exponierten Stellen ist eine Ausrichtung nach Osten optimal. So wird der Nistkasten nach der Nacht von der aufgehenden Sonne gewärmt, liegt aber nach dem Mittag, zur heissesten Tageszeit, im Schatten. So wird verhindert, dass die Jungvögel überhitzen.
Die Höhe spielt eigentlich keine so grosse Rolle, allerdings werden mindestens zwei Meter empfohlen. So wird verhindert, dass Passanten in Versuchung kommen, den Nistkasten zu öffnen.
Am wichtigsten ist aber, dass die Nisthilfen für Prädatoren, vor allem Katzen, unzugänglich sind. Um den Verlust durch Katzen, aber auch Baum- und Steinmarder sowie Sperber zu minimieren, ist es wichtig, dass sich keine Äste oder andere potenziellen Sitzwarten vor dem Einflugloch befinden, sondern dieses frei von Hindernissen ist.
Jungvögel
Wenn die Jungvögel flügge werden, klettern sie an der Innenwand des Nistkastens hoch und beginnen mit ihren ersten Übungsflügen. In dieser Zeit kommt es deshalb häufig vor, dass ein Jungvogel unter dem Nistkasten landet. Das ist völlig normal, und der Jungvogel wird von den Eltern weitergefüttert. Ist er aber exponiert, ist es von Vorteil, ihn ins nächstgelegene Gebüsch zu bringen, wo er vor Prädatoren geschützt ist. Auch da finden die Eltern ihren Nachwuchs und füttern ihn weiter. Meist wird man von diesen beim Transport sogar beobachtet.
Ist der Jungvogel noch federlos, hat dies zumeist andere Gründe. Meistens sind das Vögel, welche offen oder beispielsweise in einem Rollladenkasten brüten und wo der Jungvogel aus dem Nest fallen kann. In diesem Fall kann man ihn einfach zurück ins Nest legen. Dass ein federloser Jungvogel aus einem Nistkasten stammt, ist äusserst unwahrscheinlich.

Reinigung
Die Reinigung sollte einmal jährlich erfolgen und kann grundsätzlich von September bis Februar durchgeführt werden. Am besten geeignet sind allerdings der Januar und die erste Februarhälfte. Denn Vögel übernachten vor allem im Winter gerne in den Nistkästen und koten häufig vor dem Losfliegen. Wurde der Nistkasten schon im September gereinigt, bauen sie im März ihr Nest auf eine Kotschicht, was die Krankheitsanfälligkeit der Jungvögel erhöht.
Deshalb sollten auch Nisthilfen kontrolliert werden, in welchen im Vorjahr keine Brut stattgefunden hat.
Zum Reinigen das alte Nest entfernen und den Kasten kurz ausbrennen. Das ist eine natürliche Art, den Nistkasten zu desinfizieren und optimale Bedingungen für die neue Brutsaison zu schaffen.
Nisthilfen selber bauen
Holzauswahl
Die erste Frage, die sich stellt, ist die Auswahl des Holzes. Vögel sind hier nicht heikel und nehmen alle Holzarten an. Weisstanne und Edelkastanie eignen sich besonders gut, da diese Holzarten von Natur aus sehr wetterbeständig sind, was ihre Haltbarkeit verlängert.
Dem kann aber auch mit jeder anderen Holzart Abhilfe geschaffen werden, indem man den fertigen Nistkasten abflammt. Dadurch erhöht sich die Lebensdauer um etwa das Dreifache. Auch ist Hartholz wie Buche gegenüber weichem Holz wie beispielsweise Fichte zu bevorzugen, da dieses Holz weniger anfällig für Risse ist.
Risse und Feuchtigkeit
Denn Risse sind ein wichtiger Aspekt. Ist eine Seitenwand eingerissen, verschlechtern sich die Brutbedingungen und damit die Überlebenswahrscheinlichkeit der Jungvögel stark. Ist das Dach eingerissen, muss es ersetzt werden, da die Jungvögel bei Regen durchnässt werden, was für höhlenbrütende Vögel meist den Tod bedeutet.
Um allgemein die Feuchtigkeit aus dem Nistkasten fernzuhalten, sollten in den Boden ein bis drei kleine Löcher gebohrt werden. Bei der alljährlichen Reinigung diese kurz mit einem Nagel von allfälligen Verstopfungen befreien.
Befestigung
Wichtig ist auch, dass die Rückwand nicht direkt am Baumstamm anliegt. Denn dadurch wird sie bei Regen vom am Stamm herunterlaufenden Wasser benässt und fängt an, sich zu zersetzen. Das kann mit zwei bewährten Methoden verhindert werden.
Die erste: eine Holzlatte an der Rückwand, welche mit zwei Schrauben am Baum befestigt wird. Das macht dem Baum nichts aus, sofern keine Kupfernägel verwendet werden — Kupfer kann dazu führen, dass der Baum eingeht. Der Nachteil dieser Methode ist, dass der Nistkasten mit der Zeit im Baum einwächst und die Nisthilfe zur Reinigung nicht mehr heruntergenommen werden kann.
Die zweite: an beiden Seitenwänden unterhalb des Dachs jeweils eine Ringschraube befestigen und einen Draht spannen. So kann der Nistkasten um einen Ast gehängt werden oder an eine in den Baum geschraubte Winkelschraube. Die Winkelschraube kann bei der jährlichen Reinigung kurz überprüft und allenfalls um eine Umdrehung weiter herausgeschraubt werden.
Die Innenseite nicht abschleifen
Jungvögel sind ziemlich klein, und so ein Nistkasten hat doch eine gewisse Höhe. Wenn sie flügge werden, klettern sie mithilfe des Schnabels und ihrer Krallen an der Wand hoch zum Einflugloch. Damit ihnen das gelingt, darf die Innenseite der Vorderseite nicht abgeschliffen sein. Das Holz sollte natürlich belassen oder ansonsten mit einer Holzfeile etwas aufgeraut werden.
Bezugsmöglichkeiten und Baupläne
Liechtenstein
Nistkästen für Vögel können häufig auch bei der lokalen Sektion der ornithologischen Vereine Liechtensteins bezogen werden:
OV Liechtenstein Unterland
OV Mauren
OV Balzers
OV Vaduz
OV Schaan
BirdLife Schweiz
Praxishilfe Biodiversität: Nisthilfen für Tiere im Siedlungsraum, Feld, Wald und Gewässer
NABU
Vogelwarte Sempach
Verschiedene Nisthilfen für Vögel können direkt bei der Vogelwarte Sempach bezogen werden. Der Höhlenbrüterkasten ist hier auch als Bausatz erhältlich
Stiftung MBF (Stein Made)
Diese soziale Stiftung stellt in ihrer Werkstatt hochwertige Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse, Igel und Wildbienen her. Viele der Nisthilfen sind entweder als Bausatz oder fertiggestellt erhältlich. Unsere Igelhäuser sind Bausätze dieser Stiftung.

