Sandlinse

Wer wohnt hier?

Wildbienen

75% aller heimischen Wildbienenarten nisten im Boden.

Ausserdem sind fast alle bedrohten Wildbienenarten aus dieser Kategorie.

Wer also etwas für Wildbienen tun möchte, richtet besser eine Sandlinse ein, anstatt ein Wildbienenhotel aufzuhängen. Das ist nicht nur einfacher und billiger, sondern unterstützt auch tatsächlich diejenigen Arten, welche auf Hilfe angewiesen sind.

In Liechtenstein wurden bisher 233 Bienenarten nachgewiesen. Nimmt man die Wespenarten dazu, sind es 410 Arten.

Selber bauen

Vorneweg: Sandkastensand ist ungeeignet.

Der richtige Sand

Vorneweg: Sandkastensand ist ungeeignet. Dieser ist ausgewaschen und enthält dadurch keinen Lehm mehr. Die Wildbienen können hier keine Höhlen graben, denn diese stürzen ein. Zu fest darf der Sand aber auch nicht sein — auch dann können die Wildbienen keine Höhlen graben.

Optimalen Sand, also ungewaschenen Natursand, bekommt man häufig bei lokalen Steinbrüchen, Kieswerken oder Sandgruben.

Anleitung

Pro Natura hat eine sehr gute Schritt-für-Schritt-Anleitung erstellt, inklusive Tipps, Videos und Fotos.

Sandlinse

Der richtige Standort

Wichtig ist, dass der Standort sonnig gelegen ist und nicht überwuchert wird, beispielsweise durch Brombeeren.

Auch sollten in der näheren Umgebung viele Blühpflanzen vorhanden sein — einheimische Sträucher und Bäume sowie Wildblumenwiesen.

Gut verbinden lässt sich eine Sandlinse mit Kleinstrukturen wie Ast- oder Steinhaufen sowie mit einer Asttriste oder einer Benjeshecke.

Häsch gwösst?

Von den 410 Bienen- und Wespenarten in Liechtenstein stören genau zwei unsere Grillabende: die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris).

Mit einer Sandlinse werden diese beiden Arten nicht gefördert – im Gegenteil. Sie suchen in den letzten Jahren vermehrt die Nähe der Menschen, weil ihre Hauptnahrung, andere Insekten, massiv abgenommen hat, und sie deshalb vermehrt auf unser Grillgut und unsere Desserts ausweichen. Wenn der allgemeine Insektenbestand wieder steigt, sinkt auch die lästige Gesellschaft dieser beiden Wespenarten beim sommerlichen Grillabend.

Ausserdem überstehen sie den Winter aufgrund des Klimawandels deutlich besser und können früher und in grösserer Anzahl ins neue Jahr starten.