Brockenstube Vaduz
Doppelt nachhaltig

Mehr Platz, bessere Übersicht und ein Ort, wo ökologisches Handeln und soziales Engagement zusammenkommen: Seit August 2025 befindet sich die Brockenstube Vaduz neben der Wertstoffsammelstelle Vaduz–Triesen. Ein Einblick.
Auf drei Stockwerken sammeln sich in der Brockenstube in Vaduz gut erhaltene Schmuckstücke aus vergangenen Zeiten und von heute: Von Geschirr über Kleider bis hin zu Sofas, barocken Holzstühlen und Weihnachtsdeko wie Weihnachtskugeln und Kerzen findet sich in der Brockenstube in Vaduz alles, was das Herz begehrt und das gleich doppelt nachhaltig. Der Erlös aus dem Verkauf der Secondhandprodukte fliesst vollumfänglich in soziale Projekte, wie Nicole Schurte, eines der fünf Mitglieder des Gremiums der Brockenstube, erklärt. Neben dem sozialen Gedanken ist die Brockenstube auch eine Gelegenheit für Personen, günstig einzukaufen.

Besteht seit beinahe 50 Jahren

Seit 1976 gibt es die Brockenstube in Vaduz schon. Dreimal wurde in den vergangenen fast 50 Jahren umgezogen, das letzte Mal erst 2025, ein dringend notwendiger Schritt, denn die Brockenstube platzte fast aus allen Nähten. Die neuen Räumlichkeiten befinden sich neben der Wertstoffsammelstelle Vaduz-Triesen. Mit Hilfe zweier Architektur Student*innen der Universität Liechtenstein und dank finanzieller Unterstützung der Gemeinde Vaduz, die das Gebäude auch zur Verfügung stellt, konnten die Räumlichkeiten im Gewerbeweg auf die Nutzung der Brockenstube angepasst werden. Somit gibt es nun Platz, um alle schönen Sachen perfekt zur Schau zu stellen. Die Kund*innen haben eine bessere Übersicht und es konnten wieder Waren angenommen werden. Dadurch hat die Brockenstube ihren Umsatz verdoppelt, weiss Gisela Kaiser, Mitglied im Gremium.
Gegenstände aus Haushaltsauflösungen oder Abgabe

Im untersten Stockwerk stehen die Möbel wie Sofas, Schränke und Lampen, ausserdem befindet sich hier die Garagentüre für die Anlieferungen. Andreas Meier, der auch im Gremium der Brockenstube ist, und seine fleissigen Helfer entladen vor der Tür die gespendeten Sachen und bringen sie an den richtigen Platz. Eine Bauernkommode aus Holz mit aufgemalten Blumen, die trotz ihres Alters sehr gut in Schuss ist, findet so einen Platz. Die Gegenstände stammen aus Haushaltsauflösungen oder wurden von Personen abgegeben, die sie nicht mehr benötigen. «Ein Annahmestopp gibt es jeweils nur, wenn von einem bestimmten Artikel genügend und kein Platz mehr vorhanden ist. Ansonsten sollten die Sachen einfach ganz und sauber sein», erklärt Kaiser.
«Ein Annahmestopp gibt es derzeit nur für Kindersachen und Blumenübertöpfe. Ansonsten sollten die Sachen einfach ganz und sauber sein», erklärt Kaiser. An anderthalb Tagen pro Woche packen Andreas Meier und seine vier Männer bei der Brockenstube mit an. Meier motiviert dabei vor allem, dass sämtliche Einnahmen vollständig in soziale Projekte fliessen. Dieser Gedanke motiviert auch die insgesamt 39 ehrenamtlichen Mitglieder. Neben den fünf Männern engagieren sich ausschliesslich Frauen, auch im Gremium. Sie schauen, dass an den geöffneten Tagen, Donnerstag und Samstag, alles rund läuft. «Pro Tag empfangen wir 100 bis 150 Besucher*innen», sagt Barbara Gurschler-Zai, Mitglied im Gremium.
Immer mehr junge Besucher*innen
Die Besucher*innen stammen aus der ganzen Region. Darunter sind laut Schurte immer mehr junge Leute, die in der Brockenstube stöbern. Das freut sie sehr, gleichzeitig wünscht sie sich, dass das Angebot von einer breiteren Bevölkerungsschicht besucht wird. Die Brockenstube in Vaduz ist durch die vielen Fenster hell und gut sortiert, sie lädt zum Verweilen ein. «Wir haben auch Stammkundschaft, die einfach zum Erzählen vorbeischauen», weiss Marina Kieber, Mitglied des Gremiums. «Die können aber nicht jedes Mal etwas mitnehmen», sagt sie und schmunzelt.

Manchmal läuft das Mitnehmen von Gegenständen etwas schneller als erwartet. Das zeigt eine Geschichte, die Kieber besonders in Erinnerung geblieben ist: Ein Mann brachte zwei Buddha-Statuen vorbei, weil seine Frau gemeint hatte, er könne sie «wegbringen». Noch am selben Tag entdeckte eine Kundin die Statuen und nahm sie sofort mit. Kurz darauf kehrte der Mann zurück, er wollte die Figuren wieder abholen, denn seine Frau hatte mit «wegbringen» eigentlich den Gartenschuppen gemeint und nicht die Brockenstube. Geschichten wie diese zeigen, dass die Brockenstube in Vaduz weit mehr ist als ein Secondhandladen. Sie ist ein Ort, an dem Nachhaltigkeit, soziales Engagement und gelebte Begegnungen zusammenkommen.
Doppelte Nachhaltigkeit – kurz erklärt
In der Brockenstube bekommen gebrauchte und gut erhaltene Gegenstände ein zweites Leben. Indem sie weiterverwendet werden, wird die sogenannte «graue Energie», die bei der Herstellung und dem Transport entsteht, genutzt sowie der Bedarf an neuen Ressourcen reduziert. Der Erlös aus dem Verkauf fliesst vollständig in soziale Projekte.
Wer also in der Brockenstube einkauft, handelt somit doppelt nachhaltig: ökologisch und sozial. Supergut wie wir finden.
Helfende Hände gesucht:
Die Brockenstube sucht ehrenamtliche Mitglieder. Falls du dich gerne sozial engagieren möchtest, dann melde dich doch unter der Telefonnummer +423 787 80 80 oder unter der Email brockenstube-vaduz @ fl1.li. Du kannst auch einfach vorbeikommen.
Text: Susanne Quaderer
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