für mehr biologische Vielfalt

"Hiasige" Obstsorten

Biodiversität fängt beim naturnahen Garten an und hört bei der Vielfalt auf unseren Tellern auf, das weiss Eva Körbitz, Geschäftsführerin vom Verein Hortus. Ihr liegen vor allem die heimischen alten Obstsorten am Herzen. Ein Teil von ihnen soll durch die jährliche Obstbaumaktion des Vereins in Zusammenarbeit mit den elf Gemeinden den Weg in die Liechtensteiner Gärten finden. Und die Auswahl ist auch dieses Jahr sehr vielfältig, neben stolzen 150 Apfelbaumsorten, finden sich darin unter anderem auch 50 Birnen-, 11 Quitten- und 15 Kirschbaumsorten. 

Eine althergebrachte Obstbaumsorte ist ein Kulturgut, das viel zur biologischen Vielfalt in unserer Natur beiträgt. Sie sind perfekt an die Bedingungen in Liechtenstein und der Region angepasst – denn sie konnten sich über Jahrzehnte entwickeln. Manche von ihnen sind sogar krankheitsresistenter und können Trockenheit besser trotzen. Und alle besitzen einen einzigartigen Geschmack, so Körbitz. 

Unter all den traditionellen Obstbaumsorten finden sich auch absolute Liechtensteiner Raritäten. Dass diese heute zur Auswahl stehen, liegt am Engagement des Vereins Hortus und Eva Körbitz, die vor mehr als 20 Jahren damit begonnen hat, alte Obstsorten ausfindig zu machen und zu inventarisieren. Dafür hat sie das Land während fünf Jahren nach interessanten Obstbäumen abgesucht und viele Interviews mit Gemeindekennern geführt, bis die Früchte schliesslich von internationalen Pomologen genauer unter die Lupe genommen wurden. Der Triesenberger Weinapfel oder Rösli Marie wurden so wiederentdeckt. 

Biodiversität fängt beim naturnahen Garten an und hört bei der Vielfalt auf unseren Tellern auf

Viele dieser traditionellen Sorten entstanden vor vielen Jahrhunderten als Zufallssämlinge, die die Bauern entdeckten und sie durch Veredeln vermehrten. Ab und zu, so Körbitz, fand sich auch ein Glückstreffer unter den neuen Bäumchen und die Frucht schmeckte besonders gut. Die Landwirte hielten ihre Entdeckungen aber oft nicht schriftlich fest und so wurde das Wissen über Generationen hinweg nur mündlich weitergegeben. Das führte dazu, dass manche Sorten ganz verschwanden, in Vergessenheit gerieten oder unterschiedliche Namen erhielten, wie beispielsweise die Apfelsorte Leuser, wie sie im Unterland genannt wird, im Oberland ist sie jedoch unter Glaser oder Breitapfel bekannt. So bedurfte es einiger Zeit und zahlreichen Abklärungen, bis man auf dem heutigen Wissensstand war.

Das Wissen allein reichte aber nicht aus und so legte der Verein Hortus mit den seltensten Sorten zwei Obstsortengärten in Triesen und Planken an. Zwei Obstbaumuseen entstanden, die der Erhaltung der genetischen Vielfalt dienen. Laut Körbitz war damit das Ziel aber noch nicht erreicht, denn ebenso wichtig war es, die Sorten-Schätze wieder zugänglich zu machen. Mit der Obstbaumaktion können Interessierte nun alte Sorten kaufen und damit zur biologischen Vielfalt beitragen und auch sich selbst etwas Gutes tun, denn das Apfelmus oder der Most schmecken besonders gut mit einer «hiasigen» Sorte. 

Susanne Quaderer

Weiterführende Links

Verein Hortus

Obstbaumaktion

Eva Körbitz

Eva Körbitz ist Hortus-Geschäftsführerin und supergut im Geniessen von Hummus aus der Schwefelbohne. 
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