Nistplätze schaffen

Nützlinge willkommen

Was du für fliegende Bestäuber tun kannst

Viele Insekten benötigen Hohlräume in Holz, Stängeln oder Steinen, um darin Brutkammern anzulegen. Und genau diese Elemente finden sie in einer zersiedelten und intensiv genutzten Landschaft nicht mehr häufig genug. Die Idee der «Insektenhotels» war geboren. Allen voran solche zur Förderung von Wildbienen.

Die Kästen haben Balkone, Gärten, Schul- und Firmenareale erobert, weil das gute Gefühl, etwas für die biologische Vielfalt zu tun, wahrscheinlich noch nie so herzig und marktgerecht verpackt wurde. 

Bei aller Liebe – jetzt kommt das «Aber». 

Von den 230 in Liechtenstein nachgewiesen Wildbienenarten, nisten zwei Drittel im Boden. Wandbehausungen nützen ihnen nicht und fördern eher die ohnehin schon häufigen Arten.

Ebenso wenig sinnvoll ist es, ein Insektenhotel aufzustellen, ohne über das Blütenangebot in der näheren Umgebung nachzudenken. Der Sammelradius von Wildbienen ist deutlich kleiner als der von Honigbienen.

Wenn du diese Zusammenhänge beachtest, gelingt deine Unterstützung am besten.

So gehst du vor

Vergiss die Bodenbrüter nicht: Entferne Pflanzenwuchs, grab die Erde aber nicht um. Schütte kleine Sandhaufen auf oder küre ein unbenutztes Hochbeet zum neuen Wildbienenheim. Lass Abbruchkanten an Böschungen einfach wie sie sind.

Gerade Wildbienen sind bei ihrer Nahrung sehr wählerisch. Säe die passende Samenmischung zum richtigen Zeitpunkt und verzichte auf jeglichen Dünger und Pestizide.

Wenn es doch unbedingt ein Insektenhotel sein soll, dann nur in bester Qualität vom richtigen Anbieter oder selbst gezimmert. Ohne giftige Lasuren, splitterndes Tannenholz, schimmelnde Röhrchen.

Widerstehe dem Show-Effekt einer Massenunterkunft. Zwei unterschiedliche Insektenarten haben ziemlich sicher auch zwei unterschiedliche Ansprüche an ihren Nistplatz. Besser ist es, mehrere kleinere Nisthilfen am jeweils für eine bestimmte Art geeigneten Standort zu installieren.

Extratipp

Auch für Vögel sind Brutplätze rar geworden, gerade in Städten, welche sie durch unsere Ausbreitung überhaupt erst erobern mussten.

Wie können wir alle die Situation der Gebäudebrüter verbessern? Mit mehr Toleranz gegenüber ihren Bedürfnissen. Und mit einer Vorliebe für Baustile, die satt einer radikal «cleanen» Ästhetik wieder Vorsprünge, Fugen und Nischen haben.

Warum komplexe Strukturen supergut sind

Rückzugsmöglichkeiten

Zur Fortpflanzung und Aufzucht ihres Nachwuchses brauchen Tiere Verstecke, die Feinde nicht sofort entdecken können.

Effizienz

Organismen können verschiedene Funktionen innerhalb desselben Umfelds integrieren, was Energie- und Materialverbrauch minimiert.

Synergien

Komplexe Beziehungen und Interaktionen führen zu einer insgesamt höheren ökologischen Produktivität und Stabilität.

Nistplätze schaffen ist supergut!

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