Meisenkasten

Wer wohnt hier?

Blaumeise, Kohlmeise, Sumpfmeise, Haubenmeise, Alpenmeise, Tannenmeise, Kleiber, Haussperling und Feldsperling.

Dieser Nistkasten wird von vielen verschiedenen Vogelarten gerne angenommen. Die häufigsten Bewohner sind Blaumeise, Kohlmeise, Sumpfmeise, Haubenmeise, Alpenmeise, Tannenmeise, Kleiber, Haussperling und Feldsperling.

Je nach Standort kann es auch sein, dass eine Wald- oder Rötelmaus den Nistkasten nutzt. Diese beiden Mausarten benutzen den Nistkasten nicht im Garten, sondern wenn dieser im Wald aufgehängt ist. Dort nutzen sie die Nisthilfen hin und wieder als Winterquartier.

Selber bauen oder beziehen

Das Einflugloch: 29 Millimeter

Eigentlich gibt es zwei Varianten von Meisenkästen. Solche mit einem Einflugloch von 26 bis 28 mm Durchmesser und solche mit einem Durchmesser von 30 bis 32 mm. Damit wollte man früher die Kohlmeise und die Sperlinge von den kleineren Meisen separieren.

Hier fängt die Mission supergut erst richtig an: Baupläne & DIY Anleitungen

Da die Gesamtpopulation des Haussperlings in den letzten 30 Jahren um durchschnittlich 40% gesunken ist, mit weiter sinkender Tendenz, ist mittlerweile auch dieser auf eine gezielte Förderung angewiesen.

Haubenmeise | © Rainer Kühnis

Hauptursache für den Rückgang ist der Mangel an Insektennahrung für die Jungenaufzucht. Dafür gibt es drei Hauptursachen: verdichtetes Bauen und der damit einhergehende Verlust von Grünflächen, übertriebene Reinlichkeit in Parks und Gärten sowie standortfremde Begrünung. Ein weiterer wichtiger Grund für die Dichteabnahme der Haussperlingspopulationen sind die fehlenden Nistmöglichkeiten an Neubauten sowie deren Verlust durch Gebäudesanierungen.

Es gibt also keinen Grund mehr, sich nicht auch über einen Sperling oder eine Kohlmeise in einem Nistkasten zu freuen, weshalb diese Trennung definitiv nicht mehr nötig ist. Jahrzehntelange Erfahrungen der Ornithologischen Vereine Liechtensteins haben gezeigt, dass ein Höhlenbrüterkasten mit einem Einflugloch von ca. 29 mm von allen genutzt werden kann und auch gerne genutzt wird.

Der richtige Standort

Drei Punkte sind entscheidend:

  • An exponierten Stellen nach Osten ausrichten. So wird der Kasten morgens von der Sonne gewärmt und liegt zur heissesten Tageszeit im Schatten.

  • Mindestens zwei Meter Höhe.

  • Keine Äste oder Sitzwarten vor dem Einflugloch. Das ist der wichtigste Punkt — sonst wird der Kasten für Katzen, Marder und Sperber zugänglich.

Alles zu Standort, Jungvögeln, Reinigung und Selberbauen: Vogelkästen-Basics

Tannenmeise im Nistkasten | © Steven Lampert

Pflege und Reinigung

Einmal jährlich, am besten im Januar oder in der ersten Februarhälfte. → Mehr dazu erfährst du hier: Vogelkästen-Basics

Sumpfmeise bei Vogelberingung | © Steven Lampert

Häsch gwösst?

Wenn eine Waldmaus im Nistkasten überwintert hat, ist er bei der Reinigung bis obenhin mit Blättern gefüllt. Hier ist Vorsicht geboten: Es kann passieren, dass einem beim Entfernen der Blätter die Maus entgegenspringt. Wenn man auf einer Leiter steht, ist so ein Überraschungsmoment nicht ungefährlich.

Blaumeise an Bruthöhle | © Steven Lampert

Meisennistkasten

Kohlmeise: Die Kohlmeise ist die grösste heimische Meisenart und mit 750-900 Brutpaaren auf Rang 10 der häufigsten Brutvogelarten Liechtensteins (Stand 2018). Aufgrund ihrer Häufigkeit, auch im Rest von Europa und ihrer geringen scheu vom Menschen, ist die Kohlmeise die am besten erforschte Vogelart der Welt. Man kann die Männchen anhand des dickeren, schwarzen Bruststrichs von den Weibchen unterscheiden.

Blaumeise: Mit 400-500 Brutpaaren in Liechtenstein ist die Blaumeise nicht gefährdet. Bei dieser wehrhaften Meise können sich die Männchen und Weibchen anhand ihrer blauen Kopfplatte unterscheiden. Vögel sehen UV-Strahlung und in diesem Licht leuchtet die Kopfplatte der Männchen wie eine Lampe. Vor allem im Winter sind Blaumeisen darauf spezialisiert, wie ein Specht an einem Pflanzenstängel hochzuklettern und diesen nach Hohlräumen mit dem Schnabel abzuklopfen um anschliessend die darin überwinternden Insekten(larven) herauszupicken.

Sumpfmeise: Die Sumpfmeise hat auch den umgangssprachlichen Namen Nonnenmeise, was sie ihrer schwarzen «Nonnenkappe» zu verdanken hat. Mit 200-300 Brutpaaren ist diese Meisenart die seltenste in Liechtenstein, sie ist aber trotzdem nicht gefährdet. Sie ist vor allem im Talraum weit verbreitet, aber auch sie ist nicht auffällig gefärbt und macht sich zumeist nur durch ihren Gesang bemerkbar.

Alpenmeise: Die Alpenmeise ist eine Unterart und bildet zusammen mit der Weidenmeise die Art der Mönchsmeise. Wie auch die Sumpfmeise besitzt sie eine schwarze Kappe, woher der Name Mönchsmeise rührt. Sie hat im unterschied zur Sumpfmeise eine matter «Kappe» und einen kleineren Kinnfleck. Die Alpenmeise ist wie ihr Name schon sagt, in erster Linie in den Alpen beheimatet. So sind die 230-320 Brutpaare auch alle in den Liechtensteinischen Alpen zu finden. Die zweite Unterart, die Weidenmeise, kommt in Liechtenstein ebenfalls vor. Allerdings mit lediglich 2-5 Brutpaaren. Diese beiden Unterarten sind auch nur anhand ihres Gesanges zu unterscheiden, weshalb man auch von den beiden «Gesangsformen» der Mönchsmeise spricht.

Tannenmeise: Die Tannenmeise ist mit 1400-2000 Brutpaaren die dritthäufigste Vogelart Liechtensteins. Wie ihr Name schon sagt, ist sie am liebsten in der Nähe von Nadelbäumen unterwegs. Obwohl sie so häufig ist, ist sie doch recht unauffällig. Wer ihren Ruf nicht kennt, beachtet sie meistens kaum. Dies hat auch mit ihrer doch eher unauffälligen Färbung zu tun. Ein entscheidendes Erkennungsmerkmal ist ihr weisser Nackenstreifen im sonst schwarzen Scheitel.

Haubenmeise: Die Haubenmeise ist mit ihrer schicken, aufstellbaren Kopfhaube die vielleicht eleganteste der einheimischen Meisen. In Liechtenstein brüten 450-600 Paare, allerdings fast ausschliesslich an Hanglagen und in den Bergregionen. Im Winter kommt sie gelegentlich bis ins Tal hinunter und bedient sich auch gerne an Futterstellen.

Kleiber: Vom Kleiber brüten 250-350 Paare in Liechtenstein. Bewohnt diese Vogelart einen Nistkasten, ist dies sofort ersichtlich, denn er «kleibert» das Einflugloch auf seine Grösse zu. Daher rührt auch sein Name. Er baut auch kein richtiges Nest, sondern legt den Boden mit Rindenschnitzel und Holzspänen aus. Der Kleiber besitzt eine nach hinten gerichtete Zehe mit einer verlängerten Kralle, mit der er sich in die Baumrinden einhacken kann. Diese anatomische Anpassung ermöglicht es ihm als einzige einheimische Vogelart, kopfüber an Bäumen hinunterzulaufen.

Haussperling: Der Haussperling oder schlicht «Spatz» ist mit 800-1500 Brutpaaren die noch fünfthäufigste Vogelart Liechtensteins. Allerdings hat sein Bestand in den letzten 30 Jahren in der Schweiz und in Liechtenstein um durchschnittlich 40% abgenommen. Hauptursache für den Rückgang ist der Mangel an Insektennahrung für die Jungenaufzucht. Dafür gibt es drei Hauptursachen: verdichtetes Bauen und der damit einhergehende Verlust von Grünflächen, übertriebene Reinlichkeit in Parks und Gärten sowie standortfremde Begrünung. Ein weiterer wichtiger Grund für die Dichteabnahme der Haussperlingspopulationen sind die fehlenden Nistmöglichkeiten an Neubauten sowie deren Verlust durch Gebäudesanierungen.

Feldsperling: Vom Feldsperling oder «Feldspatz» brüten in Liechtenstein 300-500 Paare. Im Gegensatz zum Haussperling, welcher bevorzugt im Siedlungsgebiet anzutreffen ist, ist der Feldsperling im Kulturland, also im Feld, zuhause. Im Winter sucht aber auch er die Siedlungen auf und besucht Futterhäuser. Im Gegensatz zum Haussperling besitzt er eine braune Kopfplatte und einen dunkelbraunen Wangenfleck auf weissem Grund. Auch sind die Geschlechter beim Feldsperling optisch nicht zu unterscheiden.