
Naturwacht Liechtenstein
In Liechtenstein engagieren sich acht Menschen mit viel Leidenschaft für den Schutz der Natur: die Naturwacht. Ihr Ziel ist es, die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft des Landes zu bewahren.

Nahrungsquelle und Brutstätte
Einige Insektenarten (wie Mistkäfer, Dungkäfer und Schmeissfliegen) legen ihre Eier in den frischen, teils noch warmen Kuhfladen, von dem sich dann später ihre Larven ernähren. Die feuchtwarme «Kinderstube» beschleunigt die Entwicklung dieser Dungfresser. Die kotfressenden Larven und Insekten sind wiederum Nahrung für insektenfressende Tiere. Wenn die Oberfläche des Kuhfladens austrocknet, bohren Dungkäfer kleine Löcher und schaffen so Hohlräume, die einerseits den Fladen durchlüften und zugleich passierbare Gänge für andere Fladenbewohner schaffen, um an den weichen Dung zu gelangen.
In und auf einem Kuhfladen leben etwa 200 verschiedene Käfer- und Fliegenarten. Auch Asseln, Milben, Springschwänze, Faden- und Regenwürmer, Pilze und unzählige Mikoorganismen sind Teil dieser Fladengemeinschaft. Sie alle tragen zur Zersetzung dieser belebten «Wiesenpizza» und Rückführung von Nährstoffen in den Boden bei. Dieser Abbauprozess dauert etwa 40-60 Tage. Ohne dieses Wirken der Kuhfladenfauna würde sich der Kuhmist in unseren Wiesen und Weiden stetig anhäufen. Wenn man bedenkt, dass eine Kuh pro Tag ca. 10 Fladen absetzt, wird deutlich, wie wichtig die kotfressenden Kuhfladenbewohner sind.
Ausgestattet mit diesem Hintergrundwissen werden Sie vielleicht beim nächsten Spaziergang oder einer Wanderung, wo Sie auf Kuhfladen treffen, dieses «Mini-Biotop» mit einer wertschätzenden Optik wahrnehmen und erkennen, dass «shit happens» in unserer Kulturlandschaft ökologisch durchaus Sinn macht.
Jürgen Kühnis

In Liechtenstein engagieren sich acht Menschen mit viel Leidenschaft für den Schutz der Natur: die Naturwacht. Ihr Ziel ist es, die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft des Landes zu bewahren.

Seit vielen Jahrzehnten gibt es den Landesforstbetrieb in Liechtenstein. Eine der Hauptaufgaben des Betriebsteams, ist das Aufziehen von heimischen Pflanzen, damit diese dann in Gemeinden oder auch in Privatgärten eine neue Heimat finden. Die Sträucher der Strauchtauschaktion stammen ebenfalls vom Landesforstbetrieb.

Welche Tiere und Pflanzen zu den «Nützlingen» und welche zu den «Schädlingen» gehören, entscheiden wir oft nach unseren eigenen Interessen und Bedürfnissen. Die Natur kennt keine Unterscheidung zwischen «gut» und «böse», da alle Organismen ihre spezifische Rolle im Ökosystem spielen.
Sie leben auf und unter der Erde, fliegen durch die Luft und jagen unter Wasser. Sie kontrollieren Insektenpopulationen, vertilgen Schnecken, verhindern Mäuseplagen und betätigen sich als Gärtner.