Grosses Pilzgeflecht im Waldboden
Heute sind rund 100'000 Arten von Pilzen bekannt, es wird aber angenommen, dass die tatsächliche Artenzahl um einiges höher ist. Einer der bekanntesten Pilze ist vermutlich der weiss gepunktete Fliegenpilz. Um seine tödliche Wirkung wissen schon Kinder Bescheid. Was aber kaum jemand weiss ist, dass sich der Giftpilz im Boden über mehr als hundert Quadratmeter erstrecken kann. Das macht er mittels winziger Pilzfäden, die als Hyphen bezeichnet werden und der Nahrungsaufnahme dienen.
Recyclingmeister
Pilze können, wie Menschen und Tiere, ihre Energie nicht selbst herstellen. Diese ziehen sie aus organischem Material, wie beispielsweise Laub. Das wird aber nicht gefressen, sondern direkt in der Umwelt absorbiert. Dadurch erhalten sie Energie und wichtige Elemente wie Kohlenstoff und Stickstoff werden recycelt. Einige von ihnen können sogar Anstrichfarbe oder Flugzeugbenzin abbauen.
Wie das "wood wide web" entsteht
Die Natur wäre aber nicht die Natur, wenn das schon alles wäre. Einige Pilze können mittels spezialisierter Hyphen eine Symbiose mit einer Pflanze eingehen. Dadurch erhalten sie Nährstoffe wie Zucker von den Pflanzenwurzeln und geben ihnen wieder Nährstoffe wie Minerale zurück. Das wird als Mykorrhiza bezeichnet. Über die Hyphen können die Zucker sogar unter verschiedenen Bäumen ausgetauscht werden. Damit entsteht das sogenannte «wood wide web». Ein durch Pilze entstandenes unterirdisches Netzwerk, ohne das so manche Pflanze nicht überleben könnte.
Dies verdeutlicht die Unverzichtbarkeit der Pilze in den meisten Ökosystem und zeigt, dass sie mehr als nur Fusspilz oder Schimmelpilz sind. Ohne sie wäre das Leben, so wie wir es heute kennen nicht möglich.
Susanne Quaderer