Ihr charakteristisches Merkmal sind die ganzjährig gelblich-grünen, lederartigen Blätter sowie weissen Beeren. Um dieses immergrüne Gewächs gibt es viele Mythen und Legenden. Bereits die Griechen, Kelten und Germanen verehrten die Mistel als «Zeichen der Götter» und als «heilige Pflanze mit magischen Kräften». Druiden ernteten die Pflanze mit einer goldenen Sichel und nutzten sie für medizinische und kultische Zwecke. Diese Praxis wurde sogar in den berühmten «Asterix»-Comics thematisiert, in denen der Druide Miraculix oft beim Ernten von Misteln dargestellt wird.
Kulturelle Bedeutung
Besonders bekannt ist der jahrhundertealte und auch bei uns verbreitete Brauch, sich in der Adventszeit unter einem Mistelzweig zu küssen. Dieses Zeichen der Zuneigung verheisst Glück und ewige Liebe. Die Zweige werden in der Regel über den Türrahmen oder an der Decke befestigt. Schliesslich soll darunter ausreichend Platz vorhanden sein, um sich zu küssen…
Wie kommt die Mistel auf den Baum?
Amseln, Drosseln, Meisen und viele andere Vogelarten sind wahre Liebhaber der Mistelbeere – vor allem in den kalten Wintermonaten, wenn andere Nahrungsquellen knapp sind. Die Misteldrossel verdankt ihrer Vorliebe für Misteln sogar ihren Namen. Die Vögel fressen das Fruchtfleisch und streifen die klebrigen Samen beim Schnabelputzen an Zweigen ab. Oder sie scheiden die unverdaulichen Samen mit dem Kot auf anderen Wirtsbäumen aus.